Herz über Kopf

6. Oktober 2019

Wie oft sind wir nur in unseren Gedanken, wollen alles über unseren Verstand begreifen oder entscheiden und finden darüber jedoch keine Lösungen. Manchmal ist es notwendig unser Herz, über unseren Kopf zu stellen, unseren Gefühlen zu vertrauen. 

Für manche Menschen sitzen die Gefühle im Herzen, für manche im Bauch, das so genannte Bauchgefühl. Egal wo nun der Sitz der Gefühle ist, es kommt darauf an, diese auch wahrnehmen zu können und damit unserer Intuition zu folgen.

Wir alle besitzen Intuition, ein Gefühl für das richtige, im richtigen Moment. 

In unserer hektischen, leistungsorientierten Welt haben wir verlernt hinzulauschen, uns die Zeit zu nehmen zu spüren. Wir bewegen uns eher im Modus des „Schaffen müssen“, die Dinge erledigen, Lösungen finden und mit dem Kopf das Leben zu meistern. Menschen folgen nicht mehr ihrem Fluss des Lebens, sondern versuchen die Fließrichtung selbst zu steuern. An einigen Stellen sagt dann das Leben „Stopp“, in Form von Krisen, Beziehungsproblemen, Krankheiten oder Unfällen. Spätestens hier, an diesen Stellen, ist es Zeit sich zurückzubesinnen, ins Hier und Jetzt zurückzukommen, den Raum der Stille zu öffnen, zu lauschen, die innere Stimme wieder zu hören. 

Wie ist es möglich, unsere Gefühle, unser Herz wieder besser wahrzunehmen? In Naturvölkern nutzt man zum Beispiel Zeremonien, um sich besser an die Kraft der Intuition anzuschließen und die Wahrnehmung zu erweitern. Wir haben alle den Raum, der uns dazu zur Verfügung steht, in uns und dürfen lernen ihn wieder zu betreten, um freier und glücklicher durch Leben zu gehen. 

Plötzliche Einfälle, Blitzgedanken oder auch Warnungen, die für einen kurzen Moment bewusst werden sind Zeichen, die uns unsere Intuition gibt, um uns zu helfen den Weg im Leben zu finden.

Diese auch wirklich wahrzunehmen, dafür ist es wichtig wieder frei zu werden. 

Durch Wege der Achtsamkeit können wir wieder Verbindung mit unserem Wesenskern aufnehmen. Manchmal müssen wir erst durch vieles hindurch im Leben, wie Kränkungen, Probleme, Krisen, um zur Mitte, zu unserem Kern zu kommen. 

Achtsamkeit für den jeweiligen Augenblick, diesen zu erfahren, darum geht es, auf dem Weg zum Wiederanschluss an unsere Intuition und zu unserer Mitte.

Intuition kann man nicht wollen, nicht erzwingen. Sie geschieht uns. Wir müssen nur offen sein, es geschehen lassen, jeder auf seine Weise. Dem einen gelingt es beim Joggen, anderen beim Kartoffeln schälen, in Meditation, beim Spazieren, Tanzen oder beim Singen. Der Moment, wo wir nicht mehr nachdenken, der Kopf frei ist und Raum für Intuition entsteht.

Ich weiß es auch nicht genau, woher in diesen Momenten die Gefühle, das Wissen, die Eingaben kommen. Ich meine, es ist die Stille in uns, wenn keine Konzepte und Gedanken mehr da sind, wie etwa zu sein hat. Dadurch öffnet sich ein Raum und wir werden selbst zum Gefäß, in das die Information und das Wissen fließen können. In diesen Momenten sind wir an ein größeres, weiseres Feld, an das Tao, Gott, die Essenz angebunden. 

Ein wichtiger Punkt, um frei zu werden und den Raum dafür zu schaffen, ist Reinigung, aufräumen im Innen und im Außen.

Ich kenne dieses Aufräumen gut. Nach jeder längeren Reise oder auch an verschiedenen Punkten meines Lebens, bekam ich den Impuls meine Wohnung auszumisten. So viel sammelt sich in den Jahren an. Klar zu trennen, was benötige ich noch und was liegt seit langer Zeit nur noch herum, ohne dass ich es benutze, bringt Klarheit und viel Raum. Gleichzeitig, mit dem Akt des achtsamen Aufräumens, mit Hingabe und ganz im Moment sein, wurde bei mir immer ein inneres Aufräumen angeregt. Es kamen Fragen wie: Was möchte ich wirklich leben, beruflich und privat? Was ist mir im Moment zu viel? Was sollte ich schon längst loslassen? Gleichzeitig spürte ich tief in mir die Antworten.

Mit Hingabe hinhören, hinspüren, hinsehen, offen sein was zu mir kommen will, das ist der Weg zur Intuition. 

Wir können täglich Erfahrungen machen wie Intuition funktioniert, indem wir die Atmosphäre der Dinge erfassen und wahrnehmen, den Spirit darin spüren, total im Geschehen bleiben und das, was wir tun mit unserem Bewusstsein begleiten.

Intuition kommt aus dem Raum, zu dem wir uns öffnen. Es ist ein göttlicher Raum und wir das Gefäß, in das es fließen kann. 

„Sobald du dir vertraust, sobald weißt du zu leben.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Wenn wir unsere Intuition wiederfinden, hilft sie uns in vielen Lebenslagen. Unserer inneren Stimme, diesem weisen Anteil, unserem Herzen zu vertrauen, heißt dem Fluss des Lebens zu folgen. 

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Teilhard de Chardin