Panik-Attacken Teil I

Panik-Attacken erkennen und verstehen

Was ist Panik?

Hast du es schon einmal erlebt? Gerade war noch alles in Ordnung, doch auf einmal…du merkst, dass dich ein unbekanntes, komisches Gefühl regelrecht überfällt, wie ein Schatten, der sich über dich legt. Du weißt nicht was gerade passiert. Dein Herz schlägt schneller, Schweiß strömt aus allen Poren, dir wird schwindelig. Du siehst und hörst, aber es scheint alles so fremd, wie aus einer anderen Welt. Übelkeit steigt auf. Du atmest tiefer und merkst, dass die Luft nicht mehr so leicht in deine Lungen strömt. Das Atmen fällt auf einmal schwer. All diese Symptome versetzen dich in pure Angst, keine Kontrolle über deinen Körper. Du kannst es nicht regeln. Er macht was er will. Es ist so neu und so unangenehm, dieses Gefühl. Die Angst steigert sich, weil du nicht weißt was los ist und auch nicht, wohin es noch gehen wird. Durch die Angst schlägt dein Herz noch schneller. Es springt fast aus deiner Brust. Die Luft wird immer knapper. Hyperventilation beginnt, Da du nun versuchst noch schneller und tiefer zu atmen. Das Gefühl gleich umzufallen, ohnmächtig zu werden, ja vielleicht sogar zu sterben, übermächtig dich. Du denkst an etwas ganz Schlimmes, Herzinfarkt, Lungenembolie, Krebs. Es ist eine Bedrohung zu spüren.

Doch irgendwann hört es auf. Vielleicht hast du dich gelegt oder bist aus der Situation heraus gegangen. Vielleicht hat dich jemand beruhigt oder der Notarzt hat dir ein Beruhigungsmittel gegeben. Jetzt ist es erst einmal besser, für den Moment vorbei. In deinem Gedächtnis und deinen Zellen ist es jedoch abgespeichert. So etwas schlimmes willst du nie mehr erleben. Was bleibt, ist die riesengroße Angst, dass es wieder passieren könnte. Dies ist nun der Beginn einer Odyssee von Angst und Panikattacken. Die Angst vor der Angst. Das ohnmächtige Gefühl wird dich genau dahin bringen, dass es wieder passiert.

Wie entsteht eine Panik-Attacke?

Unsere Sinnesorgane nehmen etwas wahr, riechen, sehen, spüren, schmecken. Diese Wahrnehmung aus dem Gehirn wird weitergeleitet zur Großhirnrinde. Diese interpretiert den Reiz als Gefahr, aufgrund der Erfahrungen in der Vergangenheit. Von der Großhirnrinde wird die Meldung an das limbische System weitergeleitet. Es ist für unsere Gefühle zuständig. Der Hippocampus und die Amygdala sind 2 wichtige Organe dabei. Sie geben die Informationen an den Hypothalamus, der über Nervenbahnen, entsprechende Reaktionen im Körper aktiviert. Die Nebennieren schütten nun vermehrt Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol in unsere Blutbahn aus. Der Körper wird auf Kampf und Flucht vorbereitet. Unser Herzschlag erhöht sich, der Puls wird schneller und es entsteht mehr muskuläre Spannung. Die Verdauung wird eingestellt und die Durchblutung der Haut erhöht. Die Bronchien erweitern sich, wodurch es zu einer schnelleren Atmung kommt. Zum Sprung bereit, in einer Kampf- und Fluchtreaktion, entsteht eine große Nervosität und Unruhe.

Wann kann es zu Panik-Attacken kommen?

  • In einer Stresssituation infolge einer hohen Adrenalinausschüttung.
  • Am Ende einer seelischen oder körperlichen, schweren Belastung, einer Alarmreaktion, da viel Adrenalin ausgeschüttet wird und danach, über eine Panikattacke, abgebaut wird.
  •  Aus heiterem Himmel, da sich der Körper sinnlich an eine alte Erfahrung erinnert, die gefährlich war. Zum Beispiel im Kontakt mit anderen Menschen.

Durch die Angst, andere könnten es sehen, durch die Peinlichkeit und Scham, die dadurch entsteht oder den Gedanken, dass eine schwere Krankheit dahinterstecken könnte, entsteht noch stärkere Anspannung, die erneute Attacken auslösen kann. Wenn etwas bewusst als belastend angesehen wird oder der Körper Situationen als belastend und gefährlich abgespeichert hat, reagieren Menschen mit Stress und einer Alarmreaktion.

Im Teil 2 von Angst&Panik geht es um die geschichtlichen Ursachen. Wodurch entsteht die Neigung zu Panik-Attacken? Weiterhin erfahren Sie, wie sie sich im Akutfall helfen können. Lesen sie also Teil 2!

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Teilhard de Chardin