Ängste und Panik

12. März 2020

Hilfe bei Ängsten und Panik

Viele Menschen werden heute von Ängsten begleitet und leiden darunter. Die Anzahl der Menschen mit Angst-Erkrankungen nimmt ständig zu.

Herkömmliche Methoden bei Ängsten und Panik

Im Internet findet man inzwischen viele Ratschläge, wie „gegen“ die Angst vorzugehen ist. Da gibt es kurzfristige Methoden, die im Akutfall, also wenn die Angst zu groß wird, helfen sollen. Vielleicht bringt das auch den ein oder anderen kurzzeitige Hilfe, die Lösung ist es allerdings nicht.

Eine Methode lädt dazu ein sich der Angst zu stellen. Damit ist gemeint, dass man sich gerade den Situationen, die einem Angst bereiten, aussetzen soll. Körper und Geist sollen sich dadurch langsam daran gewöhnen. Hört man damit auf, ist die Angst meistens schnell wieder zurück.

Ständig alle Situationen meiden, die Ängste auslösen, geht allerdings auch nicht. Denn so wird sich nach und nach der Lebensradius kontinuierlich verkleinern. Das geht soweit, dass sich Menschen am Ende nicht mehr aus der sicheren Wohnung trauen.

Es gibt die Verhaltenstherapie, die nach den Ursachen schaut und verschiedene Ansätze bietet, wie mit der Angst im Alltag besser umgegangen werden kann. Auch das, finde ich, ist eine Krücke, denn verschwunden ist die Angst deswegen nicht.

Ärzte setzen meist nur Psychopharmaka ein. Klar, die Ängste werden dadurch weniger, aber nach dem Absetzen der Mittel tauchen sie früher oder später erneut auf. Außerdem muss man bei Psychopharmaka mit erheblichen Nebenwirkungen rechnen, mit Müdigkeit, Denkstörungen, Erhöhung der Leberwerte, ein Gefühl wie neben sich stehen und vor allem kann es zur Gewichtszunahme kommen. Dadurch fühlen sich die Patienten noch unwohler und in ihrem Selbstwert herabgesetzt, was erneut zu Ängsten führt. Ein Fass ohne Boden, wodurch die Angst lediglich überdeckt wird und sich keinesfalls auflöst.

Raus aus der Angst und Panik

Ich habe, mit der Prozessorientierten Psychologie, eine völlig andere Herangehensweise. Jedes Symptom, jede Störung hat einen Grund, ist wie ein weiser Funker, der versucht, uns einen Hinweis, eine Botschaft zu übermitteln. So trägt auch jede Störung bereits die Lösung in sich.

Dazu eine kleine Erläuterung im Voraus:

Wie entstehen Angst und Panik?

Wir leben in einer Welt, in einer Gesellschaft, in der Leistung, Erfolg und Ansehen sehr wichtig sind. Wir definieren uns dabei über eine bestimmte Identität. Zu dieser sagen wir: „Ja, das bin ich!“. Wir haben ein bestimmtes Geschlecht, Hautfarbe, Beruf, Ausbildung, leben in einer Familie oder sind Single, haben bestimmte Eigenschaften (ruhig/lebendig/klug/schüchtern/extrovertiert/…) und leben verschiedene Rollen (Vater/Mutter/Tochter/Geliebte/Therapeut/Hausfrau….) Über all das definieren wir unser Sein.

Es gibt jedoch auch Rollen und Eigenschaften, die wir ablehnen oder die wir vielleicht an uns noch nicht entdeckt haben. Damit identifizieren wir uns natürlich nicht. Das Störende sehen wir nur im Außen, in anderen Personen oder in Ereignissen in der Welt. Uns stört vielleicht die freche Art eines Kollegen, die Mächtigkeit eines Vorgesetzten, die Lethargie einer Freundin oder die Ansicht einer Gruppe. Das alles bezeichne ich jetzt einmal als das „Nicht-Ich“

Ich bin zwar eher eine mutige Frau, doch kenne ich auch Zeiten mit Angst. Durch Klienten und anhand eigener Ängste habe ich viele Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt. Für mich ist der wichtigste und erste Schritt die Angst anzunehmen, sie nicht weghaben zu wollen. Das klingt wahrscheinlich für einige kurios, denn wer möchte schon mit Angst leben?

Die Angst anzunehmen bildet die Voraussetzung, auch mit ihr arbeiten zu können. Außerdem ist sie gerade ein Teil von Ihnen, gehört im Moment zu ihrer Identität, ob sie wollen oder nicht. Wenn sie die Angst ablehnen, dann lehnen sie zugleich einen Teil ihres Selbst ab. Es ist wichtig zu erforschen, welche Qualität, welcher Teil von ihnen erkannt, gesehen und mehr in ihr Leben integriert werden möchte. Die Angst fordert sie heraus genauer hinzusehen, ihre Wahrnehmung zu schärfen und sie (mit meiner Hilfe) zu ergründen.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Eine junge Frau kommt mit unbestimmten Ängsten und Panik. Ihre Ängste haben mittlerweile keine bewussten Auslöser mehr, bzw. kann sie keine benennen. Sie kommt über sie, wie ein Geist, ist auf einmal da und nimmt sie vollkommen ein. Im Laufe unserer gemeinsamen Arbeit nimmt sie wahr, dass sie sich bei einem Angst- und Panikanfall vollkommen auf sich selbst konzentrieren muss. Alles im Außen wird zu viel. Die Angst bringt sie jedes Mal ein Stück zu sich selbst zurück. Im Leben ist sie eher eine Frau, die viel für andere da ist, sich anpasst und klein macht. Sie beschreibt ihre Angst als mächtig und riesengroß. Schnell taucht in ihr ein Bild von der Angst auf. Ich lasse sie zeichnen. Auf dem Papier erscheint eine Art Bär, groß, aufgerichtet und mächtig. Der Bär ist in seiner Qualität ihr „Nicht-Ich“. Er verkörpert alles, was sie im Außen. an anderen stört und sie selbst nicht lebt. Sie ist eher die angepasste, verstehende, zuhörende, liebe und nette Frau. Der Bär ist eine Seite in ihrem Selbst, die klar für sich einsteht, aufgerichtet, stark und mächtig. In ihrem Prozess mit der Angst geht es um das Thema Selbstermächtigung. Nach und nach gelingt es ihr mehr auf sich selbst zu hören, sich mehr zu spüren, ihren Weg zu gehen, sich nicht mehr nur anzupassen und klein zu machen. Sie beginnt sich aufzurichten und mit Klarheit und Kraft ihre Meinung zu vertreten. Nach einer gewissen Zeit verschwinden ihre Ängste.

Die Prozessorientierte Psychologie kämpft nicht gegen etwas Störendes, sondern sieht es als Chance für Entwicklung, Transformation und Wachstum. Sie schaut nicht nur speziell nach den Ursachen der Angst, sondern richtet den Blick nach vorn. Was ist in der Angst enthalten? Welches Potential wartet darin, um von mir mehr ins Leben gebracht zu werden? Welche Grenzen in mir selbst und im Außen sprechen dagegen? Wie ist es möglich diese Grenzen zu überwinden? All diesen Fragen gehen wir gemeinsam auf den Grund.

Es ist für mich immer wieder sehr erfüllend, zu beobachten, wie Menschen, mit Hilfe der Prozessorientierten Arbeit, mehr und mehr in ihre Kraft kommen, zu sich selbst zurück finden, Grenzen überwinden, Potentiale leben, ihren Wert wiederentdecken und ihren individuellen Weg gehen.

Die Angst ist ein Symptom. Sie klopft solange an, bis wir ihr Inneres erforscht und in unser Lebern integriert haben.

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"Es ist leichter Probleme zu lösen, als mit ihnen zu leben."

Teilhard de Chardin